In die FlutenKreativtauchen im dritten Lebensalter

L-E10 · Erinnerungsflut

Das Erbe der Handschrift – Wenn Buchstaben zu Berührungen werden

Etwa 45 MinutenLeichtZum Ausdrucken

Die eigene Handschrift ist ein unverwechselbares Vermächtnis. Sie betrachten alte Schriftzüge und verfassen einen kurzen handschriftlichen Gruß für kommende Zeiten.

Einstieg

Die eigene Handschrift ist wie eine vertraute Stimme auf dem Papier. Jeder einzelne Buchstabe trägt den unverwechselbaren Rhythmus unseres Lebens in sich. Wenn die Hand über einen Bogen gleitet, entsteht spürbare Ruhe im Raum. Alte Briefe und verblasste Postkarten verbinden uns unmittelbar mit vergangenen Zeiten. In dieser Schreibstunde nehmen Sie die eigene Schriftspur behutsam in den Blick. Dafür nehmen Sie sich etwa fünfundvierzig Minuten Zeit in ruhiger Umgebung. Die Übung ist leicht und verlangt keinerlei Vorkenntnisse oder Schönschrift.

Vorbereiten

  1. Suchen Sie sich einen stillen Platz an einem freien Tisch.
  2. Legen Sie das Papier und Ihren Stift bereit vor sich.
  3. Stellen Sie die historische Postkarte oder den alten Brief daneben.

Los geht's

  1. Schließen Sie für einen Moment die Augen und atmen Sie ruhig ein.
Illustration zu Schritt 1
  1. Nehmen Sie die alte Postkarte oder den Brief vorsichtig in beide Hände.
Illustration zu Schritt 2
  1. Betrachten Sie das Schriftbild, ohne den Text Wort für Wort zu lesen.
Illustration zu Schritt 3
  1. Spüren Sie die Festigkeit des Papiers und die feine Körnung der Oberfläche.
Illustration zu Schritt 4
  1. Öffnen Sie das Tintenfass und tauchen Sie die Federspitze behutsam ein.
Illustration zu Schritt 5
  1. Führen Sie den Stift langsam zum oberen Rand des neuen Bogen Papiers.
Illustration zu Schritt 6
  1. Setzen Sie nun genau drei vertraute Worte in ruhiger Schrift auf das Blatt.
Illustration zu Schritt 7
  1. Halten Sie kurz inne und beobachten Sie das Trocknen der flüssigen Tinte.
Illustration zu Schritt 8
  1. Notieren Sie nun zwei kurze Sätze als herzlichen Gruß an Ihre Lieben.
Illustration zu Schritt 9
  1. Setzen Sie Ihren Vornamen und das heutige Tagesdatum unter den kleinen Text.
Illustration zu Schritt 10

Wenn etwas schiefgeht

  • Die Hand zittert beim Schreiben. Lassen Sie den Stift ganz ohne Eile über das Blatt gleiten.
  • Es fallen Ihnen keine drei Worte ein. Schreiben Sie den Namen eines vertrauten Ortes auf.
  • Eine Erinnerung wird plötzlich schwer. Trinken Sie einen Schluck Wasser und blicken Sie kurz aus dem Fenster.

Weitermachen

Die Lektion Die erste Erinnerung vertieft die ersten Bilder des Lebens. Auch das Arbeitsblatt Flaschenpost-Brief an dich passt wunderbar zu diesem Briefbogen. In der Papierkunde erfahren Sie mehr über die Wahl passender Schreibpapiere.

Eine Frage zum Mitnehmen

Welcher handgeschriebene Satz aus Ihrer Vergangenheit klingt Ihnen bis heute im Herzen nach?

Quellen

  • Deutschlandfunk Kultur, Redaktionelle Beiträge über historische Briefkultur und Handschrift als leibliches Zeichen
  • Spektrum der Wissenschaft, Fachberichte zu Kognition, motorischem Gedächtnis und den Vorzügen des Schreibens von Hand
  • Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Sammlungsdokumentationen zur Kulturgeschichte des Briefes und historischem Schreibzeug
  • Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig, Sammlungsberichte über Papiergeschichte und Wasserzeichen
  • Deutsches Literaturarchiv Marbach, Dokumentationen der Handschriftenabteilung und historischer Autorenkorrespondenzen