In die FlutenKreativtauchen im dritten Lebensalter

L-K8 · Klangflut

Der eigene Ton – Die heilsame Kraft des einfachen Summens

Etwa 35 MinutenLeichtZum Ausdrucken

Einfaches Summen mit geschlossenen Lippen beruhigt den Atem und regt die Selbstwahrnehmung an. Sie lauschen der eigenen Schwingung und erinnern vertraute Melodien ganz ohne Worte.

Einstieg

Die menschliche Stimme ist das unmittelbarste Instrument unseres Lebens. Beim Summen mit sanft geschlossenen Lippen bleibt der Ton ganz nah bei uns. Es braucht dafür keinerlei Gesangskunst und keine Notenkenntnisse. Der erzeugte Klang wandert als feine Schwingung durch Brustbein und Wangen. Diese einfache Vibration schenkt dem Körper Ruhe und vertieft den Atem. Alte Melodien und Wiegenlieder steigen im stillen Tönen oft von selbst empor. In dieser Stunde nehmen Sie sich etwa fünfunddreißig Minuten Zeit für sich. Die Übung ist leicht und verlangt keinerlei Anstrengung oder Vorwissen.

Vorbereiten

  1. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort mit angenehmer Temperatur.
  2. Stellen Sie das Glas Wasser und den Notizblock griffbereit auf den Tisch.
  3. Nehmen Sie einen ersten kleinen Schluck Wasser zur Befeuchtung der Lippen.

Los geht's

  1. Setzen Sie sich aufrecht und bequem in Ihren Sessel.
Illustration zu Schritt 1
  1. Schließen Sie für einen Moment die Augen und beobachten Sie den Atem.
Illustration zu Schritt 2
  1. Streichen Sie sanft mit den Fingerspitzen über Wangen und Kiefer.
Illustration zu Schritt 3
  1. Atmen Sie ruhig durch die Nase ein und lassen Sie einen Hauchlaut entweichen.
Illustration zu Schritt 4
  1. Tönen Sie nun mit weich geschlossenen Lippen auf einem tiefen Wohlfühllaut.
Illustration zu Schritt 5
  1. Legen Sie eine Hand flach auf Ihr oberes Brustbein und summen Sie weiter.
Illustration zu Schritt 6
  1. Wandern Sie mit der Aufmerksamkeit zu Lippen und Wangenknochen hinauf.
Illustration zu Schritt 7
  1. Lassen Sie den Ton nun wie eine sanfte Meereswelle leicht auf und ab gleiten.
Illustration zu Schritt 8
  1. Summen Sie die Melodie eines vertrauten Abendliedes ganz ohne Worte.
Illustration zu Schritt 9
  1. Lassen Sie den Klang langsam verebben und spüren Sie der stillen Resonanz nach.
Illustration zu Schritt 10

Wenn etwas schiefgeht

  • Die Stimme fühlt sich trocken an. Nehmen Sie einen Schluck Wasser und pausieren Sie kurz.
  • Es regt sich Scham beim Tönen. Summen Sie leiser, fast wie ein stilles Ausatmen.
  • Eine alte Erinnerung berührt Sie stark. Halten Sie inne und blicken Sie ruhig aus dem Fenster.

Weitermachen

Die Lektion Hören wie damals lädt zum dreimaligen Lauschen eines Lieblingsliedes ein. In der Lektion Stille hören schärfen Sie die Aufmerksamkeit für ferne Geräusche. Auch die Schreibstunde Die erste Erinnerung lässt sich wunderbar anschließen.

Eine Frage zum Mitnehmen

Welche vertraute Melodie aus Ihrer Kindheit schenkt Ihnen bis heute innere Ruhe?

Quellen

  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Informationsschriften zur Bedeutung von Musik und vorsprachlichem Tönen im Alter
  • Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie, Fachberichte zu Resonanz, Atmung und nonverbaler Beziehungsgestaltung
  • SWR Kultur und Carus-Verlag, Dokumentationen und wissenschaftliche Beiträge im Rahmen des Liederprojekts
  • Deutsches Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig, Sammlungsbestände historischer Wiegen- und Abendlieder
  • Cochrane Library, Systematische Übersichtsarbeiten zu musikbasierten Interventionen und Wohlbefinden im Alter
  • Jan Sonntag und Dorothea Muthesius, Fachpublikationen zu Atmosphärenarbeit und Klangräumen in der Altenpflege